Beteiligungskapital - Venture Capital
Oft ergibt sich für Existenzgründer
das Problem genügend Kapital für größere
und risikoreichere Projekte aufzutreiben, da es schwierig
ist die Erfolgschancen eines neuen Unternehmens zu beurteilen.
In diesem Fall können Beteiligungsgesellschaften oder
private Geldgeber aushelfen. Diese bieten dem Unternehmer
Beteiligungskapital ohne bankübliche Sicherheiten an.
Daher auch die Bezeichnungen „venture capital“,
Wagniskapital oder Risikokapital. Das „venture capital“
ist kaum zur kurzfristigen Betriebsmittelfinanzierung geeignet.
Es handelt sich dabei um Eigenkapital, das dem Unternehmen
zur Verfügung gestellt wird. Damit wird der Liquiditätsspielraum
erhöht und eine betriebsgerechte Unternehmensfinanzierung
gefördert.
Im Bereich der Existenzgründung stellen
Beteiligungsgesellschaften Eigenkapital zur Verfügung,
wie z.B. für die Ausreifung und Umsetzung einer innovativen
Idee in verwertbare Resultate auf deren Basis ein Geschäftskonzept
erstellt wird (Seed-Finanzierung) oder für die Gründungsphase
(Start up-Finanzierung).
Derzeit befinden sich ungefähr 250 Beteiligungsgesellschaften
auf dem deutschen Beteiligungsmarkt. Rund 80 % von denen sind
im Bundesverband Deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften
zusammengeschlossen.
Unterschiede bei den Beteiligungsgesellschaften bestehen in
vielerlei Hinsicht: die geschäftspolitische Ausrichtung,
die bevorzugten Investmentschwerpunkte nah Finanzierungsphasen
und Branchen, evtl. vorhandene geographische Präferenzen
bei der Auswahl des Unternehmens, die betragsmäßigen
Ober –und Untergrenzen;
Kapitalgeber sind
· Banken und Industrieunternehmen, aber auch private
Finanziers (auch aus dem Ausland). Beteiligung ab ca. 250.000
Euro, nur bei voraussichtlich hohen Renditen.
· die öffentlich geförderten mittelständischen
Beteiligungsgesellschaften des BVK. Beteiligungen für
kleine und mittlere Unternehmen sowie Existenzgründer;
nicht in erster Linie gewinnorientiert; Gesellschafter sind
Kammern, Verbände und Banken, die keinen Einfluss auf
die Geschäftsführung nehmen; in nahezu allen Bundesländern
vertreten.
· Die KFW Bankengruppe. Beteiligung an kleinen und
mittleren Unternehmen und an Kapitalbeteiligungsgesellschaften
für kleine und mittlere Unternehmen.
· Business Angel Network Deutschland (BAND). Privatpersonen
oder Unternehmer, die neben dem Beteiligungskapital auch Know
How und Erfahrungen einbringen.
Beteiligungsformen:
Die Beteiligungsgesellschaft tritt durch die Übernahme
von Kommandit- oder GmbH-Anteilen oder von Aktien nicht börsennotierter
Gesellschaften als Mitgesellschafter in das Unternehmen ein.
Das kann durch die Beteiligung an Gründungsfinanzierungen,
bei bestehenden Unternehmen durch den Kauf von Gesellschafteranteilen
oder Eintritt im Rahmen einer Kapitalerhöhung geschehen.
Im Gesellschaftsvertrag müssen sämtliche Einzelheiten
der Zusammenarbeit festgelegt werden.
Die Kapitalzufuhr in Form von stillen Einlagen
ist im deutschen Markt sehr häufig. Die Beteiligungsgesellschaften
stellen die Mittel für einen festgelegten Zeitraum zur
Verfügung. Diese erreichen durch den Rangrücktritt
Eigenkapitalcharakter.
Was die Zusammenarbeit mit einer Beteiligungsgesellschaft
betrifft, strebt die überwiegende Mehrheit der Beteiligungsgesellschaften
nur Minderheitsbeteiligungen an. Das ist typisch für
Finanzinvestoren, die keinen unternehmerischen Einfluss suchen.
Insofern bleibt der Handlungsspielraum des Unternehmers erhalten.
Die Beteiligungsgesellschaft muss jedoch regelmäßig
über die Entwicklung des Unernehmens unterreichtet werden.
Wie die Zusammenarbeit genau aussieht (Informations- und Mitwirkungsrechte)
wird zwischen dem Unternehmer (den Unternehmern) und der Beteiligungsgesellschaft
besprochen und festgelegt.
Beteiligungsgesellschaften können auch
wertvolle Beratungs- und Unterstützungsleistungen erfüllen.
Das Spektrum der Unterstützung kann verschiedene unternehmerische
Tätigkeiten umfassen, wie z.B. Planung, Finanzierung,
Personal, evtl. auch Produktentwicklung, Marketing und Vertrieb.
Neben dem vorhandenen Know How der Mitarbeiter der Beteiligungsgesellschaft
welches im Unternehmen eingesetzt werden kann, verfügen
die Beteiligungsgesellschaften oft auch über ein Kontakt-Netzwerk.
Hier muss man als Unternehmer entscheiden, in welchem Umfang
man von diesen Leistungen Gebrauch machen möchte.
Im Normalfall ist die Partnerschaft mit einer
Beteiligungsgesellschaft auf einen gewissen Zeitraum ausgelegt,
sie begleitet sozusagen bestimmte Entwicklungszyklen eines
Unternehmens.
Ergänzende Informationen zum Thema Beteiligungskapital
(Venture
Capital) findet ihr auf der Seite des Bundesverbandes
Deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschafen.
http://www.bvk-ev.de/bvk.php/cat/1/title/Home
Unter folgender URL ist die Suche nach Beteiligungskapital
der verschiedenen Kapitalbeteiligungsgesellschaften möglich.
http://www.bvk-ev.de/bvk.php/cat/45/title/Kapitalsuche
Die KfW Mittelstandsbank bietet folgende drei
Kern-Programme für Early stage- und Later stage-Finanzierungen
an:
Early stage-Finanzierungen: ERP-Startfonds
Later stage-Finanzierungen: ERP-Beteiligungsprogramm
Eigenkapital für den „breiten“ Mittelstand
Genaue Informationen zu den Beteiligungsprogrammen der KfW
findet ihr hier:
http://www.kfw.de/DE/Die%20Bank/AktuellesausderKfW/Beteiligun.jsp
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